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Montag, 03. Mai 2021 00:00:00 Kultur News
Aktualisiert: Vor 2 Min.
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Die Deutung, wonach mit dem gegenwärtigen Interesse am Kaiserreich ein neuer Nationalismus einhergehe, ist eine Karikatur. Es manifestiert sich hier die fehlende intellektuelle Selbstanerkennung des vereinigten Deutschland als Nationalstaat.

Die Freiheit hat keine gute Presse. Stattdessen ist der Staat hoch im Kurs. Die grosse Frage lautet: zurück zum Stamm oder vorwärts in die offene Gesellschaft?

In Warja Lavaters Büchern erhalten die alten Märchen wieder ihre unverbrauchte Präsenz. Feinsinnig ist jetzt ihre Ausstellung «Sing-Song-Signs & Folded Stories» in der Zentralbibliothek Zürich.

Der Schweizer Eugen Gomringer war eines der ersten Opfer der Identitätspolitik. Wie geht es dem Erfinder der konkreten Poesie heute? Ein Treffen.

China und die USA positionieren sich als neue Blöcke, und in Europa sähen sich viele am liebsten unabhängig. Auch zwei Bestsellerautoren rufen zur Emanzipation von Amerika auf – aber ist der alte Kontinent überhaupt in der Lage, Verantwortung für sich selber zu übernehmen?

Wer die Entwicklung der westlichen Welt besser verstehen will, findet bei Tom Holland Anregungen, Alexandre Hmine schildert das Erwachsenwerden eines jungen Manns, und Bernardine Evaristo weiss, was es heisst, schwarz zu sein unter lauter Weissen.

«Die Simpsons» haben kürzlich Morrissey auf die Schippe genommen. Der Frontmann von The Smiths findet das überhaupt nicht witzig.

Die Krimireihe führt diesmal in eine Bio-Kommune und wird zur Karikatur zwischen Alpakas und freier Liebe.

Früher fand man gewisse Leute nervig oder penetrant. Inzwischen bezeichnet man unliebsame Personen als «toxisch» – und stilisiert sich selber damit zum Inbegriff des Guten und Gesunden.

Nach dem Tod des Prinzen sprach man überall von seiner Disziplin und seinem Dienst an der Krone. Er fand Halt in den Werten seines deutsch-jüdischen Lehrers Kurt Hahn.

Wir stehen vor einem Dilemma, doch der Balanceakt zwischen individueller Freiheit und der Lösung gesamtgesellschaftlicher Probleme kann gelingen. Eine Replik.

Der Starkult wird ebenso durch Triumphe befeuert wie durch tragische Wendungen. Das gilt exemplarisch für die Karriere der Jazzsängerin Billie Holiday. Zwei neue Filme versuchen sich an der Wahrheit ihres Lebens.

«Wonder Woman» ist eine feministische Galionsfigur des Gegenwartskinos. Aber ihre Darstellerin Gal Gadot gerät als Israelin auch ins Kreuzfeuer von Nahost- und Identitätspolitik.

Es geht wieder los. Schritt für Schritt nimmt das Kulturleben Fahrt auf. Wir sagen, wo es was zu sehen gibt und was Sie nicht verpassen sollten.

Vier Konzerte für jeweils fünfzig Personen erklingen dieser Tage in der Tonhalle Maag, die bald Geschichte ist. Zum Glück kann man das Programm mit tschechischer Musik unter der Leitung von Jakub Hrůša auch im Live-Stream verfolgen.

Die amerikanische Musikerin Stephanie Nilles ist ein Wunder an Vielseitigkeit. Jetzt überzeugt sie mit Kompositionen des legendären Jazzkomponisten und Bassisten Charles Mingus.

Sie hat mit den ganz Grossen auf der Bühne gestanden, unter Dirigenten wie Klemperer, Bernstein und Karajan gesungen und selber das Opernleben des 20. Jahrhunderts massgeblich mitgeprägt. Jetzt ist Christa Ludwig im Alter von 93 Jahren gestorben.

Als weissrussischer Autor wird man von der Geschichte heimgesucht. Sasha Filipenko engagiert sich im Kampf gegen die brutale Herrschaft von Alexander Lukaschenko auch mit literarischen Mitteln. Russland, wo er in St. Petersburg lebt, ist ihm fremd geblieben.

Die Welt mag in Schieflage geraten sein, und der Mensch steht krumm im Leben. Trotzdem bleibt er auf immer ein Glückssucher.

Die italienische Schriftstellerin wuchs mit fast gehörlosen und stummen Eltern auf. In ungewöhnlicher Schärfe stellt sich ihr die Frage, was Sprache eigentlich kann.

Gemeinsam hatten sie als Sprayer angefangen. Nun kehrt Al Diaz, nach fast zwei vom Heroin vergifteten Dekaden, zur Kunst zurück.

Häuser aus dem 3-D-Drucker haben das Zeug, das Bauen preiswerter zu machen. Aber ob sich damit wirklich Gestaltungsräume öffnen, ist unsicher.

Bis an sein Lebensende glaubte Mies van der Rohe an das Wahre und Schöne im transparenten Bauwerk. Doch seit der Moderne scheidet sich am Glas nicht nur das Innen vom Aussen, sondern vor allem der Geschmack in der Architektur.

Die Berichterstattung um einen Hauskauf offenbart die Funktionsweise der amerikanischen Medien und Konzerne.

Die 220 Millionen Euro schwere Presseförderung der deutschen Bundesregierung ist gescheitert. Wie es weitergeht, ist unklar. In Österreich und der Schweiz sieht das ganz anders aus. Aber auch dort ist das Problem mit der Staatsnähe nicht gelöst.

Adolf Muschg gibt in der SRF-«Sternstunde» eine Dummheit von sich. Während er Gescheites zu sagen hätte.

Nach einem Jahr gilt weiterhin: There’s no business in show business.

Richard Wagner und Karl Marx waren Zeitgenossen, beider Denken entzündete sich an einer Kritik des Kapitalismus. Ihre Schlussfolgerungen hätten dagegen kaum unterschiedlicher sein können.

Eine grosse Dame des italienischen Chansons ist gestorben. Milva, bekannt für ihre feuerroten Haare, kam aus kleinen Verhältnissen und hat es auf die grosse Bühne geschafft.

Bis heute erscheinen regelmässig neue Gesamtaufnahmen der zweiunddreissig Beethoven-Sonaten, die Hans von Bülow das «Neue Testament der Klavierspieler» nannte. Die jüngsten Zyklen wetteifern mit lauter Legenden der Plattengeschichte.

In einer faszinierenden Gesamteinspielung der rund hundert Lieder Schulhoffs wird ein ganzes Zeitalter besichtigt.

An dem digitalen Werk «Everydays» regt nichts zum Nachdenken an, nur zum Schwindel: kein Pathos, keine Nähe, keine widerstreitenden Emotionen – es ist nur eine in 5000 kleine Teile zusammengepresste Collage im Format gesammelter iPhone-Bilder.