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Mittwoch, 07. April 2021 00:00:00 Kultur News
Aktualisiert: Vor 3 Min.
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Er war Theologe und Priester, hartnäckiger Kritiker der Kirche und Fürsprecher eines interreligiösen «Weltethos». Am Dienstag ist Hans Küng im Alter von 93 Jahren gestorben.

Vielleicht sehnen wir uns nach übermenschlichen Wesen, die uns helfen, die Krise zu überwinden. Jedenfalls lachen sie uns entgegen, von Mauern, Hausfassaden und Gartenzäunen: Engel mit Schutzmasken und Stethoskopen, bereit zum Kampf gegen die Krankheit.

Ja, die Wissenschaft ist auch ein Ausprobieren, ein Verfahren von Versuch und Irrtum. Aber nein, die Wirklichkeit ist nichts Menschengemachtes. Sie ist da – wir können sie erkennen, und wir können uns gegen sie wappnen.

In ihren Zielen sind sich Jihadisten und «moderate Islamisten» einig: Die Religion soll das politische und soziale Leben bestimmen. Wer glaubt, diese Leute mit einem grösseren Verständnis für religiöse Anliegen zähmen zu können, irrt.

Am 6. April 1971 starb einer der prägenden Komponisten des 20. Jahrhunderts. Noch in seinem Nachleben wirkt Strawinsky, diese Schlüsselfigur der Moderne, so schillernd wie zu Lebzeiten.

Ausserdem führt uns Volker Reinhardt in die Zeit der Grossen Pest, Ljudmila Ulitzkaja schenkt der lesenden Welt einen neuen Seuchen-Klassiker, und dank Gerd Schwerhoffs Geschichte der Blasphemie ist zu erfahren, wie Götter auf Hate-Speech reagieren.

Die FU macht Naziopfer zu «J_üdinnen». Geschlechtergerechtigkeit muss erreicht werden, nicht ideologisiert. Aber bei Opfern der NS-Gewaltherrschaft zu gendern, ist geradezu zynisch.

Konstruktion und spielerische Phantasie – Sophie Taeuber-Arp verbindet beides mühelos, wie jetzt die Ausstellung im Kunstmuseum Basel zeigt.

Der berühmte Feldhase von Albrecht Dürer erzählt uns auch eine österliche Geschichte von Werwölfen und Vampiren: Es ist ein Haken schlagender Zickzackweg voller Finten und Abwege.

Er zählt zweifellos zu den bedeutenden Historikern der jüngeren Vergangenheit. Und er hat uns gerade hier und heute viel zu sagen: warum es sich für wirklich kritische Zeitgenossen anbietet, Reinhart Koselleck neu zu entdecken.

Die freie Welt steht vor einer folgenreichen Weichenstellung: Sind die Freiheitsrechte verhandelbar oder nicht? Höchste Zeit, Karl Popper neu zu lesen – und seine Erkenntnisse auf unsere nachlässige Gegenwart anzuwenden. Ein Diskussionsbeitrag.

In dieser Folge aus dem Saarland brüllt ein Psychopath zwischen Bäumen. Und ein Familiengeheimnis droht keines mehr zu sein.

Unter dem ambitiösen Titel «Das Neue Evangelium» lädt der Schweizer Regisseur die Passionsgeschichte mit flüchtlingspolitischer Bedeutung auf. Im Gespräch erläutert Rau, wie es dazu kam und wie er es mit der Bibel hält.

Der Spielfilm, der im Rennen um einen Oscar frühzeitig gescheitert ist, reüssiert auf nationaler Ebene. Bester Dokumentarfilm ist Milo Raus «Das neue Evangelium». Lilo Pulver erhält den Ehrenpreis.

Wir brauchen Konzerte – gerade in Zeiten, da ringsum das Gesetz des Lautesten herrscht. Der Schriftsteller Navid Kermani unternimmt eine Tour d’Horizon: vom Versagen der Wörter vor den Klängen bis in unsere kulturell stillgestellte Gegenwart.

Museen sind geöffnet, Theater, Kinos und Konzertsäle noch immer geschlossen. Die Kulturszene wartet auf den Countdown zur Wiederöffnung. Dennoch kann man schon jetzt Kultur erleben – wir sagen, wie.

Die Zürcher Sing-Akademie und das Orchester La Scintilla produzieren gemeinsam Bachs Matthäus-Passion. Nach der Absage zweier Live-Konzerte ist die Aufführung am Karfreitag nun im Streaming zu erleben. Ein Probenbesuch in schwieriger Zeit.

Ein kürzlich entdecktes Manuskript bietet Einblick in die häusliche Werkstatt des Ehepaars.

Wer darf das Inaugurationsgedicht der amerikanischen Lyrikerin übersetzen? Die Frage löste eine Debatte aus. Nun liegt es auf Deutsch vor, und man fragt sich: Musste es übersetzt werden?

Im 14. Jahrhundert starben die Menschen in Massen. Zum kathartischen Moment ist die Erfahrung aber nicht geworden. Mit einem Buch über die Pest führt uns Volker Reinhardt in eine Epoche, die irritierend vertraut wirkt.

Obwohl sich kein Ende der Vorwürfe abzeichnet, stehen die Bagger am Kulturforum in Berlin schon vor Ort. Das Museum des 20. Jahrhunderts wird gebaut – dank Einfachheit und Eleganz, trotz mittelmässiger Umweltbilanz.

Für das Museum des 20. Jahrhunderts in Berlin könne kein Vorzeigebeispiel für grüne Museumsarchitektur realisiert werden, bedauert der verantwortliche Partner Ascan Mergenthaler und kritisiert den Planungsprozess der öffentlichen Hand.

Gerhard Richter gilt als einer der bedeutendsten lebenden Künstler. Woran das liegt, zeigt das Kunsthaus Zürich anhand seiner Landschaftsbilder.

Carl Flick-Steger war Journalist, Antisemit und Propagandist in Diensten von Joseph Goebbels. Dass er bei der renommierten Associated Press (AP) nach dem Zweiten Weltkrieg Karriere machen konnte, ist kein Zufall.

Eigentlich sollte die 27-jährige Alexi McCammond Chefin der «Teen-Vogue» werden. Doch dann kursierten im Internet plötzlich zehn Jahre alte Twitter-Einträge, in denen sich die Journalistin abschätzig über Asiaten geäussert hatte.

Früher fischten ehemalige US-Präsidenten Laub aus dem Swimmingpool, oder sie ergaben sich dem Alkohol. Heute verdienen sie im Medienbusiness Millionen.

Das Opernhaus hat eine Umfrage zum Betriebsklima und zu den heiklen Themen Machtmissbrauch und Belästigung durchgeführt. Die Ergebnisse sollten Anlass geben, den grundlegenden Wandel im künstlerischen Betrieb voranzutreiben.

Das Theaterpublikum erinnert sich nicht nur an Stücke, sondern auch an Häuser und Säle wie das Zürcher Schauspielhaus. Die Kultur wird immer globaler. Theater aber bleiben an Ort und Stelle.

Am 17. Dezember feiert die Kulturwelt den 250. Tauftag des grossen Komponisten. Nach einem Jahr des eingeschränkten Gedenkens steht fest: Vom Sockel gestürzt wurde der Titan diesmal nicht. Stattdessen menschelt es zeittypisch.

Das Kloster Engelberg feiert sein 900-jähriges Bestehen mit der klingenden Erweckung einer bedeutenden Notenhandschrift aus dem Mittelalter. Sie kündet vom Aufschwung der Musik nach der Pestepidemie.

An dem digitalen Werk «Everydays» regt nichts zum Nachdenken an, nur zum Schwindel: kein Pathos, keine Nähe, keine widerstreitenden Emotionen – es ist nur eine in 5000 kleine Teile zusammengepresste Collage im Format gesammelter iPhone-Bilder.